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Michael
Laublättner (Ltg.)
Benedikt Rödel |
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| ©
2008 by Michael Laublättner |
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| Zentralstellwerk
Bahnhof Bludenz (Foto: Michael Laublättner) |
Die
Sicherheitseinrichtungen auf der Arlbergbahn
Nirgendwo sonst ist augrund der enormen Steigungsverhältnisse
und der dichten Zugfolge ein Höchstmaß an Sicherheit so
notwendig, wie auf den beiden Arlbergrampen. Seit den Anfängen
der Arlbergbahn haben sich im Verlaufe der Jahrzehnte mehrere Sicherheitseinrichtungen
bewährt.
Achszähler
Allen voran sei auf die Achszähleinrichtung verwiesen, welche die Anzahl der Fahrzeugachsen erfasst. Die Zählstelle
wird durch paarweise zueinander versetzt angeordnete Magnetschienenkontakte
gebildet, wodurch ein richtungsunabhängiges Zählen ermöglicht
wird.
Zwei miteinander verbundene Zählstellen überwachen den Blockabschnitt,
der erst dann freigezählt ist, wenn die Zahl der ein- und ausfahrenden
Achsen gleich ist. Hierzu befindet sich an der Innenkante der Schiene
ein Hochfrequenzsender, gegenüber an der Außenkante der
Empfänger. Durchläuft ein Rad die Einwirkstelle, wird die
Spannung im Empfänger abgesenkt, und diese Spannungsänderung
elektronisch erfasst (Laublättner, 11.12.2003).
PZB
Weiters hat sich in den letzten Jahrzehnten die punktförmige
Zugbeeinflussung (PZB) auf den Hauptstrecken der Österreichischen
Bundesbahnen bewährt. Sie verhindert, dass ein auf "Halt"
stehendes Signal versehentlich überfahren werden kann.
Hierzu befindet sich an der rechten Unterseite der Lokomotive ein
Fahrzeugmagnet mit drei Spulwicklungen für drei verschiedene
Frequenzen. Eine Spule ist für die Beeinflussung durch das Vorsignal,
eine weitere für die Beeinflussung ca. 250 m vor dem Hauptsignal
und eine dritte für die Beeinflussung durch das Hauptsignal vorgesehen.
An den genannten Stellen befinden sich Gleismagnete, aber jeweils
nur mit einer Spule für die entsprechende Frequenz. Zeigt das
Hauptsignal "Freie Fahrt", dann sind diese Gleismagnete
innaktiv. Sobald jedoch das Hauptsignal auf "Halt" zeigt,
werden alle drei Gleismagnete mit Strom versorgt und die Zugbeeinflussung
kann wirksam werden.
Passiert die Lokomotive das Vorsignal, dann beeinflusst diese Gleismagnetspule
die ihr zugeordnete Fahrzeugmagnetspule. Der Lokführer muss nun
binnen vier Sekunden mit der Wachsamkeitstaste das Erkennen des Signals
bestätigen, anderenfalls wird eine Zwangsbremsung eingeleitet.
Die Zwangsbremsung wird auch dann ausgelöst, wenn der Triebfahrzeugführer
nicht innerhalb von 20 Sekunden die Geschwindigkeit der Lokomotive
verringert.
Der zweite Gleismagnet kontrolliert, ob die Geschwindigkeit des Zuges
unter 65 km/h beträgt. Ist dies nicht der Fall, wird der Zug
automatisch gebremst.
Durch die punktförmige Zugbeeinflussung wird also auf alle Fälle
erreicht, dass der Zug am "Halt" zeigenden Hauptsignal zum
Stehen kommt. Überfährt der Lokführer das Signal, wird
durch Zusammenwirken von Gleis- und Fahrzeugmagnet sofort eine Zwangsbremsung
eingeleitet.
Schematische
Darstellung der PZB
(GIF-Bild, 7,7 KB)
SIFA
Eine weitere wesentlich ältere Einrichtung ist die Sicherheitsfahrschaltung
(SIFA). Sie wird bereits vor dem Krieg eingeführt und hat im
Volksmund den Namen "Totmanneinrichtung". Ein Pedal, oder
eine Taste muss während der Fahrt ununterbrochen gedrückt
werden.
Dies hat den Nachteil, dass bei Ausfall des Lokführers die Sicherheitseinrichtung
nicht wirksam werden kann. Denn nur wenn das Pedal oder die Taste
nicht betätigt wird, ertönt nach 75 m ein Hupton, nach weiteren
75 m erfolgt eine Zwangsbremsung.
Verbessert wird die Anlage dann durch ein Zeitrelais, welches sicherstellt,
dass der Triebfahrzeugführer die Taste mindestens einmal während
30 Sekunden loslässt.
Seit 1963 wird eine noch bessere Wirkung durch eine Wegabhängigkeit
erreicht. Innerhalb einer Wegstrecke von 900 m - also unabhängig
davon wie schnell der Zug unterwegs ist - muss die Taste einmal losgelassen
werden. Erfolgt diese Tätigkeit nicht, wird nach weiteren 150
m eine Zwangsbremsung eingeleitet (Bauer u.a.: 118-119).
HOA/FOA/SOA
Seit neuestem sind bei den Österreichischen Bundesbahnen auch
sogenannte HOA/FOA/SOA-Anlagen (Heißläuferortungsanlage/Festbremsortungsanlage
für Klotzbremsen/Scheibenbremsortungsanlage) in Betrieb, welche
Messergebnisse zu Lager-, Radreifen- und Radscheiben-, sowie Bremsscheibentemperatur
liefern.
Wird eine erhöhte Temperatur festgestellt, hat der Fahrdienstleiter
den Zug beim nächsten Hauptsignal (welches durch den Netz-Bereichsvorstand
bestimmt wird) anzuhalten. Gleichzeitig informiert der Fahrdienstleiter
der Meldestelle den Triebfahrzeugführer mittels Zugfunk oder
Fernsprecher über die Alarmmeldung, sowie über Alarmtyp
und Achsnummer.
Der Triebfahrzeugführer hat dann augenscheinlich zu überprüfen,
ob ein Bruch des Achsschenkels, Erglühen des Radlagers, Deformierung
des Lagergehäuses oder eine Überhitzung der Brems- oder
Radscheiben vorliegt. In seinem Ermessen liegt es, ob er eine Weiterfahrt
mit verringerter Geschwindigkeit für möglich hält,
oder die Verständigung des Hilfszuges für notwendig erachtet.
Im nächstgelegenen Zugbehandlungsbahnhof erfolgt die Aussetzung
des Fahrzeuges, ausgenommen der Zugbehandlungsbahnhof ist gleichzeitig
Wagenuntersuchungsbahnhof und die technische Untersuchung durch den
Wagenmeister führt zu einem anderen Ergebnis (Prozessanweisung:
Vorgangsweise bei Ansprechen der HOA/FOA/SOA).

Bauer,
Manfred [u.a.]. Arlbergbahn 1884-1984. Innsbruck: Bundesbahndirektion
Innsbruck, 1984.
Laublättner, Georg. Befragung vom 11.12.2003.
Österreichische Bundesbahnen. Prozessanweisung: Vorgangsweise
bei Ansprechen der HOA/FOA/SOA. Dokument vom 21. Juni 2001. Fdl Bludenz.

(Autor: Michael Laublättner)
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