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Michael
Laublättner (Ltg.)
Benedikt Rödel |
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| ©
2008 by Michael Laublättner |
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| Die
Pflugbesatzung besteht aus einem Fahrtleiter (in der Mitte sitzend)
sowie zwei weiteren Fachkräften, die den Anweisungen des Leiters
während der Schneeräumfahrt Folge leisten und die Räumgeräte
zu bedienen haben. Diese Aufnahme entstand während der Räumung
des Bahnhofs Wald am Arlberg und zeigt einen Teil des Räumpersonals
auf dem Führerstand des in Bludenz stationierten Klima-Schneepfluges
Bauart Bludenz (Foto: Michael Laublättner). |
Die
Schneeräumung auf der Arlbergbahn (Teil 2)
Die Räumung von Schnee aus dem Bahnbereich ist ein wichtiger
Bestandteil der jedes Jahr zu erledigenden Arbeiten an der Arlbergbahn.
Neben den dem Reisenden zugänglichen Bereichen der Stationen
wie Bahnsteige, Gehsteige und sonstigen Wegen auf dem Bahngelände
gibt es zahlreiche für den sicheren Schienenverkehr bedeutende
Gebiete, die unbedingt von Schneeablagerungen freigehalten werden
müssen.
Vor allem in Bahnhöfen betrifft das die Weichen, denn nur eine
eis- und schneefreie Weiche gewährleistet einen sicheren Betrieb
und bleibt funktionstüchtig. Lange Zeit musste hierfür noch
die Räumung mit Hand erfolgen, bis die Einführung
von Weichenheizungen eine große Erleichterung bei der Aufrechterhaltung
des Bahnbetriebs mit sich brachte.
Trotz aller technischen Fortschritte ist auch heute noch auf der Arlbergbahn
die Räumung von Hand erforderlich. Wenn abgehende Lawinen - was
schon häufig vorkam - Teile von Zügen meterhoch mit Schnee
verschütten, hilft am Anfang nur die händische Freilegung.
Diese kann von speziellen Radladern unterstützt werden, die jedoch
erst seit wenigen Jahrzehnten zur Verfügung stehen.
In den frühen Betriebsjahren der Arlbergbahn und auch noch weit
in das 20. Jahrhundert hinein standen solche technischen Hilfsmittel
noch nicht zur Verfügung und man war allein auf die Arbeitskraft
der Bahnangestellten angewiesen, die unter großen Anstrengungen
mit den Naturgewalten zu kämpfen hatten.
Bei der maschinellen Schneeräumung unterscheidet man zwei
verschiedene Räumtypen: Schneepflüge und Schneeräummaschinen.
Unter Schneepflügen versteht man ein- oder zweiseitige
Keile, die entweder direkt an Triebfahrzeuge angebracht sind oder
selbst fahren können. Beim Einsatz von Schneepflügen wird
der im Gleisbereich niedergegangene Schnee durch die Fahrtgeschwindigkeit
angehoben und nach außen weggedrückt. Die Konstruktion
des Pfluges ist dabei so ausgelegt, dass bei der Räumung möglichst
wenig Verwirbelungen und Verdichtungen entstehen und die Schneedecke
gut angegriffen wird.
Aus diesem Grund entwickelte man sogenannte Keilschneepflüge,
die die Aufgabe hatten, mit einem "unteren Keil" den Schnee
von den Gleisen hochzuheben und dann mit dem "oberen Keil"
zur Seite zu werfen. Diese Technik verhindert Entgleisungen der Räumfahrzeuge,
die durch zu nassen (schweren) und stark verdichteten Schnee entstehen.
Keilpflüge wurden unter anderem auch fest an Triebfahrzeuge montiert.
Zu Betriebsaufnahme im Jahre 1884 waren für die Arlbergbahn sechs
fixe Schneepflüge in Bludenz stationiert, in Landeck waren es
1885 zwei Exemplare. Steigender Bedarf führte zur weiteren Beschaffung
von acht Stück (1886) und vier Stück (1888), die alle in
Landeck beheimatet waren (Daten aus dem Bericht zum 10 jährigen
Bestehen, S. 236, siehe Literaturliste). Die fest montierten Pflüge
prägten das Bild der Dampflokzeit.
Aus leicht ersichtlichen Gründen stießen die fixen Schneepflüge
vor allem bei größeren Schneemengen bald an ihre Leistungsgrenzen,
und man suchte auch für die Arlbergbahn neue, leistungsfähigere
Räummittel.
So wurde noch im 19. Jahrhundert ein Pflug auf eigenen Rädern
entwickelt, der den Namen Marin`scher Schneepflug erhielt.
Das Erscheinungsbild dieser österreichischen Konstruktion gibt
die unten abgebildete Skizze wieder. |
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(Zeichnungen:
Benedikt Rödel) |
Der
Marin`sche Schneepflug wurde bei einer Vmax=25 km/h von einer Lokomotive
gezogen. Mit seinem Gewicht von knapp vier Tonnen (6,5 t inkl. Zusatzlast),
wobei der Pflug allein 800 kg wog, brachte er verglichen mit den fest
montierten Schneepflügen eine Leistungssteigerung. Bei einem
Einsatz befand sich die Räummannschaft auf der offenen Plattform
und hatte die Aufgabe, je nach den örtlichen Gegebenheiten die
Pflugscharen händisch zu verstellen. Die größte Räumbreite
betrug 5,50 m (Daten aus Dultinger, S. 99).
Als Nachteile stellten sich jedoch die ungeschützte Arbeitsplattform
heraus, die niedrige Einsatzgeschwindigkeit, und eine schlechte Sicht
der Räummannschaft auf die Strecke, da der Pflug von einer Lok
gezogen wurde. Auf der Arlbergbahn wurden Marin`sche Schneepflüge
eingesetzt, laut "Bericht zum zehnjährigen Bestehen der
Arlberg-Bahn" (siehe Literaturliste) waren 1885 in Bludenz zwei
Pflüge dieser Bauart stationiert.
Die oben beschriebenen Nachteile führten zu einigen Umbauten
der Schneepflüge: So wurde zum Schutz gegen Entgleisungen die
Räumbreite reduziert, das Leergewicht auf 3 t erniedrigt (Zusatzlast
noch max 1 t). Die Einsätze blieben auf den Tag beschränkt
und zur Mitführung von nötigen Gerätschaften wurde
ab sofort ein Niederbordwagen als Begleitung beigegeben. Als Verständigungsmittel
zwischen Lokpersonal und Räummannschaft dienten Fahnen, Hörner
oder eine Signalleine.
Bereits im Jahre 1924 konnte die damalige BBÖ von der Firma Henschel
in Kassel zwei Dampfschneeschleudern (vierachsig) System Leslie erwerben.
Der Arlbergbahn wurde die Maschine Ss 1 zugeteilt, welche von Bludenz
aus zufrieden stellende Ergebnisse bei den erforderlichen Räumarbeiten
erbrachte.
Besonders im lawinenreichen Winter 1928/1929 befreite diese Dampfschneeschleuder
innerhalb von nur zwei Tagen den meterhoch verschütteten Bahnhofsbereich
von Langen a/A. Die Ss 1 sollte nicht die einzige auf der Arlbergstrecke
eingesetzte Dampfschneeschleuder bleiben.
In den Kriegsjahren 1941/1942 stellte die Firma Henschel hauptsächlich
für den Einsatz im Osten sechsachsige Dampfschneeschleudern her,
von denen insgesamt acht Exemplare nach dem Krieg in Österreich
verblieben. Eine davon, unter der ÖBB Nummer 986.103, wurde bis
zu ihrer Ausmusterung 1975 in Bludenz stationiert.
Diese Henschel-Schleuder unterscheidet sich von der älteren des
Systems Leslie u. a. durch den Austausch der Vakuumbremse gegen eine
Druckluftbremse. Außerdem wurden die beweglichen Räumteile
nicht mehr mit Dampf sondern mit Druckluft betätigt. Die verwendeten
Kessel, Feuerbüchsen und Tender stammten von der zahlreich vorhandenen
Lokreihe 52, was eine kurze Bauzeit der Schleudern garantierte. Einige
interessante Kenndaten (nach Dultinger, S.128): |
| Fahrgestell |
zwei
dreiachsige Drehgestelle, max. Achsdruck 12,03 t |
| Tender |
max.
Achsdruck 15,1 t |
| Länge
ü. P. |
22,28
m |
| Dienstgewicht |
126,4
t |
| Schleuderrad |
2,90
m Durchmesser, 120 bzw. 160 U/min |
| Räumbreite |
mit/ohne
Seitenflügel 5,00 m/3,13 m |
| Druckluft |
zwei
mal 400 l, von Bremsleitung unabhängig |
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Eine
Henschel-Dampfschneeschleuder bei der Freiräumung des Bahnhof
Hintergasse im Jänner 1954 (Foto: Gemeindearchiv Dalaas). |
Der
technische Fortschritt brachte mit der Zeit einige Weiterentwicklungen,
bei denen die Konstruktion von Schneeräummaschinen mit größerer
Leistung und gesteigerter Wirtschaftlichkeit besonders angestrebt
wurde.
Eine herausragende Erfindung gelang dem Zugförderungsingenieur
von Saalfelden, Klima. Der ab 1926 einsatzfähige und nach ihm
benannte Klima-Schneepflug eröffnete neue Möglichkeiten
der Schneeräumung, die in diesem Arbeitsumfang und mit einer
solchen Wirtschaftlichkeit vorher noch nicht durchgeführt werden
konnten. Im Einzelnen sind das folgende neue Eigenschaften: |
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gute
Sichtverhältnisse des Räumpersonals, da der Pflug ab jetzt
nicht mehr gezogen, sondern geschoben wurde |
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vor
Wind und Wetter geschützter Arbeitsplatz des Personals in einer
geschlossenen Arbeitskabine |
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Druckluftbetätigung
der Pflugteile |
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Räumgeschwindigkeit
von maximal 60 km/h und Auswurfweiten von mehr als 10 m |
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Räumung
bis 80 mm über SOK (=Schienenoberkante), Schienenzwischenraum
bis zu 80 mm unter SOK |
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Räumbreite
4,80 m, Auswurf entweder nach rechts oder nach links |
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Wechselsprechanlage
zwischen Lokführer und Schneepflugmannschaft |
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Bremsventil
am Bedienstand des Klima |
| Die
folgende Abbildung zeigt einen Klima-Schneepflug der Erstausführung
K I, Räumbreite der Vorderwand allein 2,80 m, insgesamt 3,86
m. Die Trägerlokomotive liefert Druckluft über die Bremsleitung. |
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(Zeichnung:
Benedikt Rödel) |
Es
gibt weitere Pflugtypen Bauart Klima K II bis K IV, die sich sowohl
durch die Ausmessungen und die Zahl der vorhandenen Räumteile
unterscheiden. Auf diese Einzelheiten soll hier nicht weiter eingegangen
werden. Ebenso soll auf den im Zweiten Weltkrieg gebauten Klima-Pflug
Bauart Henschel nur kurz hingewiesen werden. Dieser entstand aus einer
ausgemusterten Lok oder Tender, die bzw. der beim Räumeinsatz
von einer Lok geschoben wurde. Die Drucklufterzeugung erfolgte über
eine im Fahrzeug eingebaute Kompressoranlage.
Der folgende Teil behandelt die Technik und die Entwicklung der Klima-Schneepflüge
Bauart Knittelfeld und Bludenz ausführlicher. Die genannten Typen
sind aus ausgemusterten Dampfloks der Reihe 52 entstanden, wobei die
Bauart Bludenz einen speziell auf die Arlbergbahn angepassten Umbau
des Typs Knittelfeld darstellt, der noch heute von Bludenz aus auf
der Westrampe anzutreffen ist.
Der Klima-Schneepflug Bauart Knittelfeld wurde in den siebziger
Jahren des 20. Jahrhunderts in der gleichnamigen Hauptwerkstätte
der ÖBB hergestellt. Als Grundlage verwendete man das Laufwerk
einer Dampflok Reihe 52 und entfernte sowohl die Treib- als auch eine
Kuppelachse (benötigter Platz für Räumgerät).
Das Grundgestell wurde derart gedreht, dass die beiden vorderen Puffer
der Dampflok zum hinteren Ende des Schneepfluges wurden. Das Gewicht
beträgt 53,4 t bei einer Länge des Fahrzeuges von 13,85
m, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 60 km/h (Räumfahrt)
bzw. 80 km/h (Leerfahrt).
Zur Schneeräumung sind folgende Teile vorhanden: |
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zwei
Vorderwände, die entweder als Keil oder einseitig zum Entfernen
des Schnees nach links bzw. rechts gestellt werden können (händische
Einstellung, Höhe: 2,60 m); 2,80 m Räumbreite |
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zwei
Seitenflügel mit einer Höhe von 2,00 m und einer mittels
Druckluft einstellbaren Höhe über SOK von wahlweise 10,
18 oder 27 cm; 4,10 m Räumbreite zusammen mit Vorderwand |
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ein
Mittelräumer von 70 cm Höhe, wahlweise nach rechts oder
links händisch stellbar, Absenken durch Eigengewicht, Anheben
durch Druckluft; 2,30 m Räumbreite |
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zwei
Bahnsteigräumwände, mit Druckluft verstellbar; 3,80 m bis
4,10 m Räumbreite (nach Dultinger, S. 111) |
| Die
Druckluftversorgung (Anlage: 8 atü) erfolgt über zwei 400
Liter-Luftbehälter, die von der Schiebelok gespeist werden. Auf
dem vorderen Teil des Fahrzeuges befindet sich ein Führerstand
mit allen zur Steuerung der Räumeinrichtungen notwendigen Instrumenten.
Zur Sicherheitseinrichtung zählen neben Notbremshebel und Signalpfeife
auch eine Wechselsprechanlage für den Sprechkontakt zwischen
Pflugbesatzung (ein Bahnmeister als Leiter der Fahrt und zwei Hilfsbedienstete)
und Lokführer. |
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(Zeichnung:
Benedikt Rödel) |
Der
Klima-Schneepflug Bauart Bludenz ist ein von der Zfl Bludenz
umgebauter Knittelfelder Pflug. Für die langen und schweren Einsätze
auf der Arlberg-Westrampe erschien die gewöhnliche Druckluftversorgung
als zu schwach und man tauschte die pneumatische Anlage gegen eine
Öldruckanlage aus. Von einem 110 V Elektromotor (vom Heiztrafo
der Schiebelok, Umspannen von 1000 V auf 110 V) angetrieben, sorgt
die Ölpumpe für einen Druck von 100 atü (Dultinger,
S. 113).
Im Rahmen des Umbaus wurden auch die Druckluftzylinder - wegen des
höheren Arbeitsdrucks von 100 atü anstatt 8 atü - gegen
kleinere Öldruckzylinder umgetauscht. Dadurch konnte das Gesamtgewicht
um rund 5,4 t auf 48,0 t gesenkt werden.
Auf der Arlbergbahn wird der Klima-Schneepflug Bauart Bludenz (siehe
Titelbild: Die Schneeräumung auf der Arlbergbahn Teil 1) zum
Schneeräumen bis heute eingesetzt, nicht nur wegen des Umbaus
ist er ein hoch interessantes Fahrzeug, er hebt sich auch aufgrund
der tannengrünen Lackierung deutlich von den anderen ÖBB-Schneepflügen
ab.
Bei großen Räumvorhaben auf der Arlbergbahn kann eine in
Innsbruck stationierte selbstfahrende Schneefräse System Beilhack
zur Verstärkung des Bludenzer Klimas angefordert werden.
Die Schneeräumung auf der Arlbergbahn
(unter Verwendung von MS PowerPoint 97/2000, 578,5 KB)
Lawinenereignisse auf der Arlbergbahn - kurze Auflistung einiger
Beispiele
Februar 1893
Die Großtobellawine unterbricht die Bahnstrecke zwischen Klösterle
und Langen für mehrere Tage und begräbt die Trasse unter
mehrere Meter hohem Schnee. Da man im Juli 1892 an gleicher Stelle
bereits mit einem Felssturz zu kämpfen hatte, wurde der Bau des
Großtobeltunnels beschlossen, der nach der Inbetriebnahme weitere
Gefährdungen durch Lawinen verhindern sollte.
11.01.1954
Durch ergiebige Schneefälle innerhalb kurzer Zeit steigt die
Lawinengefahr stark an. Der Bahnhof Dalaas wird durch die Muttentobellawine,
die ihre gewöhnliche Lawinenbahn verlässt, zerstört.
Die Lok 1020.42 eines bereits aus Sicherheitsgründen im Bahnhof
stehenden Personenzuges wird gegen das Aufnahmegebäude gedrückt.
Zehn Menschen sterben. |
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Durch
die enorme Wucht der Muttentobellawine wird die Lokomotive 1020.42
eines bereits aus Sicherheitsgründen im Bahnhof Dalaas abgestellten
Personenzuges gegen das Aufnahmegebäude gedrückt (Foto:
Gemeindearchiv Dalaas). |
15.01.1959 Östlich des Bahnhofes St. Anton a. A. lässt die Wolfsgrubenlawine
einen Güterzug entgleisen (wenige Minuten zuvor fuhr an dieser
Stelle ein Schnellzug). Es gibt keine Verletzten.
27.01.1968
Eine abgehende Lawine zerstört die Schanatobelbrücke nahe
des Bahnhofes Hintergasse und reist den Brückenträger 200
m weit mit ins Tal (zuvor unterquerte die Lawine immer die Brücke).
Der Neubau war erforderlich, die Strecke war erst ab dem 20.02.1968
über eine vorläufige Behelfsbrücke passierbar.
29.01.1982
Zwischen Hintergasse und Dalaas fährt ein Güterzug in eine
abgegangene Lawine, die Zuglok der Reihe 1020 entgleist mit mehreren
Achsen und wird durch weitere abgehende Lawinen immer mehr verschüttet.
Erst drei Tage später stand die Lok wieder vollständig auf
den Gleisen. Auch der Versuch, die Strecke teilweise mit Schneeschleuder
und Pflug zu räumen gelingt nicht, die Fahrzeuge bleiben ebenfalls
im Schnee stecken. Die Gesamtsperre der Arlbergbahn betrug 76 Stunden
und 40 Minuten.
Die obigen willkürlich ausgewählten und mit Absicht kurz
gehaltenen Schilderungen einiger Lawinenereignisse auf der Arlbergbahn
sollen zeigen, in welchem Einfluss der Natur diese transalpine Bahnverbindung
steht. Die Beobachtung der Schneeverhältnisse sowie die Bereithaltung
von Räumfahrzeugen und entsprechendem Personal sind auch in der
heutigen Zeit für die Erhaltung des Bahnbetriebs von unverminderter
Bedeutung. Trotz des technischen Fortschrittes wird die Arlbergbahn
immer noch unter dem Titel bekannt bleiben: Europas schwierigste Gebirgsbahn.

Dultinger,
Josef. Eisenbahn-Winterdienst: Ein Fachbuch für Studium und
Praxis. Rum: Dr. Erhard, 1982.
k. k. Staatsbahndirection Innsbruck, Hg. Die Arlbergbahn: Denkschrift
aus Anlass des zehnjährigen Betriebes 1884-1894. Innsbruck: k.
k. Staatsbahndirection Innsbruck, 1896.

(Autor: Benedikt Rödel)
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