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Bahnhof St. Anton am Arlberg (Bahnst. 2) Bahnhof St. Anton am Arlberg

Bahnhof St. Anton am Arlberg (1302 m)

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Bahnausbau St. Anton am Arlberg
Aufgrund der ständigen Zunahme des Schienenverkehrs auf der Arlbergstrecke war schon im Jahre 1983, nach Ausbau des Streckenabschnittes Schnann-
St. Jakob vorgesehen, auch den Abschnitt St. Jakob-St. Anton zweigleisig auszubauen. Ein geplanter Streckenausbau entlang der vorhandenen Trasse wurde jedoch von der Gemeinde St. Anton abgelehnt, da dieser die bestehenden Probleme, wie Zerschneidung des Ortes in zwei Hälften, Lärmbelästigung und Verkehrsprobleme durch den schienengleichen Eisenbahnübergang nur verstärken würde.

Erst ab 1987 wurden von verschiedenen Seiten Lösungsvarianten ausgearbeitet, um den Bahnausbau erneut aktuell zu machen. Dabei wurden folgende zwei Vorschläge in näheren Betracht gezogen:

Die bestehende Trasse mit Unterflurlegung des Bahnhofes oder die Verlegung der Bahnanlagen auf die rechte Talseite nach Süden.

Schließlich im Jahre 1988 einigte sich der Gemeinderat und der Ausschuss des TVB nach langen Diskussionen auf die Verlegung der Gleisanlagen auf die südliche Talseite und einen neuen Bahnhof St. Anton im Bereich der sogenannten Planie.

Bei einer Bürgerversammlung der betroffenen Grundeigentümer der Gemeinde St. Anton im August 1990 wurden jedoch Einwände gegen die bereits ausgearbeitete und geplante Trassenverlegung erhoben, und das Projekt St. Anton - St. Jakob kam wieder zum Stillstand.

Erst 1996 wurden im Hinblick auf die Ski Weltmeisterschaften 2001 verschiedene Überlegungen zum Bahnausbau im Bereich St. Anton wieder zum Leben erweckt. Vorerst wurde die sogenannte Variante Nord, bei der aus dem bestehenden Arlbergtunnel eine zweigleisige Strecke mit einem rd. 1,2 km langen neuen Tunnel mit Portal östlich des alten Bahnhofes und anschließender neuer Trasse mit einem weiteren rd. 0,5 km langen Tunnel im Bereich Guhl östlich von Nasserein vorgesehen war, in die Wege geleitet.

Widerstand seitens der Bevölkerung der Ortsteile Nasserein, Seiche und Unterdorf brachten diese Lösung jedoch bald zu Fall und eine Variante Süd wurde in Planung genommen. Nachdem die Gemeinde St. Anton ihre Einwände gegen diese bereits im Jahre 1990 vorgeschlagene Lösung zurückgenommen hatte, kam es schlussendlich zu ihrer Verwirklichung. Ausgelöst durch den enormen Zeitdruck hinsichtlich der Ski WM wurden in Rekordzeit Bahnhof und Gesamtprojekt trotz umfangreicher Genehmigungsverfahren fertig gestellt.

Anfang August im Jahre 1998 wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Die Länge des Ausbauabschnittes St. Jakob-St. Anton beträgt rund 6 km. Die Hauptarbeiten (Abtragungsarbeiten und der Tunnelvortrieb) wurden innerhalb der ersten 13 Monaten durchgeführt.

Rund 630.000 m³ Abtragsmaterial ergaben sich aus den Baumaßnahmen für die Bahnverlegung. Größtenteils konnte dieses für projektbedingte Schüttungen, wie Eisenbahn-Straßendämme, Auffüllungen und Bauwerkshinterfüllungen wieder verwendet werden. Ein Massenüberschuß von rund 255.000 m³ Abtragsmaterial wurden auf zwei Standorten (Aufschüttung im Bereich Guhlbogen [55.000 m³] und im Bereich Zufahrt-Fluchtstollen-Wolfsgrubentunnel [200.000 m³]) untergebracht. Bis September 1999 waren sämtliche Schüttarbeiten abgeschlossen. Die Rekultivierung der Böschungsflächen bzw. Teilflächen, auf denen keine Zwischenlagerungen stattfanden, erfolgte im Frühjahr 2000. Die endgültige Rekultivierung wurde jedoch erst nach Inbetriebnahme der neuen Strecke vorgenommen, da das zwischengelagerte Schüttmaterial für die Anschüttung Guhlbogen erst nach dem Auflassen der bestehenden Bahntrasse verwendet werden konnte.

Durch die Bahnverlegung ist ein Lückenschluss im zweigleisigen Ausbau von ca. 25 km von Schnann bis Langen auf der Arlbergscheitelstrecke entstanden und die Streckenkapazität konnte somit entscheidend erhöht werden. Gleichzeitig wurden vier Eisenbahnkreuzungen aufgelassen. Die Bauzeit des sechs Kilometer langen Ausbauabschnittes betrug trotz witterungsbedingter Verzögerung nur 36 Monate. Am 9. September 2000 fuhr der letzte Zug im alten Bahnhof ein. Zwei Tage später wurde der neue Bahnhof in Betrieb genommen.

Neues Bahnhofsgebäude St. Anton am Arlberg
Direkt zwischen dem Tunnelportal Ost des Arlbergtunnels und dem Tunnelportal West des Wolfgrubentunnels befindet sich am Fuße des Gamperges das lange, nur 8 m schmale Bahnhofsgebäude. Die hochmoderne Bahnstation ist eine Verbindung von Funktionalität und moderner Architektur. Ein feinmaschiges Edelstahlgewebe dient dem viergleisigen Bahnhof als Fassade. Zurückhaltend präsentiert sich das neue Gebäude am jenseitigen Rosanna-Ufer. Somit konnten Lärmbelästigung und Verkehrsbehinderung optimal beseitigt werden. Im Juli 2001 wurde der neue Bahnhof St. Anton mit dem Brunel-Award für herausragende Architektur ausgezeichnet.

(Autor: Barbara Pfeifer)

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Bild Alter Bahnhof St. Anton am Arlberg
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Bild Neuer Bahnhof St. Anton am Arlberg
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