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Michael
Laublättner (Ltg.)
Benedikt Rödel |
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| ©
2008 by Michael Laublättner |
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 |
| In
der Bundesbahndirektion Innsbruck sind zurzeit die Betriebslenkung
West, die Regionalleitung Innsbruck und zahlreiche andere Geschäftsbereiche
untergebracht (Foto: Michael Laublättner). |
Die
Bahnhöfe der Arlbergbahn
Beim Bau der Stationsanlagen der Arlbergbahn galt es als erstrebenswert,
die Bahnhofsgebäude in ihrer äußeren Form der landesüblichen
Bauweise und dem landschaftlichen Charakter der Gegend soweit anzupassen,
als dies in Anbetracht der endgültigen Bestimmung der einzelnen
Gebäude überhaupt möglich war.
Die Außenfassade sämtlicher Gebäude wurden in Steinrohbau
ausgeführt, die Innenwände der Wohnräume zur Erzielung
einer annehmbaren Isolierung mit einer 15 cm dicken Ziegelverkleidung
versehen und sämtliche Mauern durch den Einbau von isolierenden
Asphaltplatten in Terrainhöhe gegen Erdfeuchtigkeit geschützt.
Die Dächer der Gebäude wurden mit Schiefer, die Flächen
der Verandadächer mit Dachpfannen von verzinktem Eisenblech gedeckt.
In Anbetracht des zu erwartenden Verkehrsaufkommens gelangten auf
der Talstrecke Innsbruck - Landeck in den Haltestellen Stams und Roppen
Aufnahmegebäude der kleinsten Art zur Ausführung, in denen
ein Büroraum und ein Warteraum untergebracht sind.
Die Aufnahmegebäude der Stationen Völs, Kematen, Flaurling
und Schönwies sind nach der nächst größeren Type
erbaut worden. Im Erdgeschoß befinden sich ein Büroraum,
ein Warteraum und ein Wohnzimmer, im ersten Stockwerk ist eine größere
Wohnung untergebracht.
Die Stationsanlagen in Zirl, Telfs-Pfaffenhofen, Silz, Ötztal
und Imst-Pitztal werden zur nächst größeren Type der
Aufnahmegebäude gezählt, deren Bahnhofsgebäude im Erdgeschoß
zwei getrennte Wartesäle für die 1. und 2., sowie für
die 3. Klasse, drei Büroräume, ein Wohnzimmer und im ersten
Stockwerk zwei größere Wohnungen bereithalten.
Hinsichtlich seiner Bedeutung als Anfangspunkt der Bergstrecke und
im Hinblick auf den zu erwartenden Touristenandrang erhielt der Bahnhof
Landeck eine wesentlich größere Stationsanlage, wobei neben
dem Aufnahmegebäude auch ein Restaurantgebäude zur Ausführung
gelangte. Diese beiden altehrwürdigen Gebäude wurden in
den letzten Jahren liebevoll restauriert, originalgetreu rekonstruiert
und in ihren früheren Zustand zurückversetzt. Die Fertigstellung
der Restaurierungsarbeiten erfolgte im Februar 2003. Im Aufnahmegebäude
sind ein reservierter Warteraum, sowie je ein Warteraum für die
1., 2. und 3. Klasse, drei Büroräume, und im ersten Stockwerk
zwei größere Wohnungen untergebracht. Das Restaurantgebäude
verfügt über zwei Speisesäle, sowie über diverse
Räumlichkeiten für das Küchenpersonal, im ersten Stockwerk
ist ebenfalls eine Wohnung untergebracht. Der Raum zwischen den beiden
Gebäuden wird heute als überdachte Vorhalle benutzt.
Hinsichtlich der Bauart sind die auf der Gebirgsstrecke Landeck -
Bludenz ausgeführten Stationsanlagen jenen der Talstrecke im
Wesentlichen gleich und weisen infolgedessen ein ähnliches Erscheinungsbild
auf. In Anbetracht des zu erwartenden Verkehrsaufkommens gelangten
in den Stationen Strengen, Wald a/A und Hintergasse Aufnahmegebäude
der kleinsten Art zur Ausführung. Bezüglich der Stationsanlage
in Hintergasse gilt es noch darauf hinzuweisen, dass dieses Bahnhofsgebäude
nachträglich um ein Stockwerk erweitert wurde.
Die Aufnahmegebäude der Stationen Flirsch und Pettneu sind unter
Berücksichtigung des Güterverkehrs nach der nächst
größeren Type erbaut worden.
Die Stationsanlagen in Pians, Dalaas und Braz gehören wiederum
der nächst größeren Gruppe der Aufnahmegebäude
an, da in diesen Ortschaften mit einem ebenso erhöhten Personen-
und Güterverkehrsaufkommen zu rechnen war (Bischoff: 40-44).
Unvergessen scheint auch jenes tragische Lawinenereignis, bei dem
am 12.01.1954 das Aufnahmegebäude des Bahnhofs Dalaas zerstört
wurde, nachdem die Lawinentätigkeiten im Jänner 1954 ein
bis dahin noch nie dagewesenes Ausmaß an verheerender Zerstörungskraft
entwickelten. Das beinahe vollständig zerstörte Aufnahmegebäude
musste in der Folgezeit abgetragen und durch einen Neubau ersetzt
werden. Der Grundriss dieses neuen Bahnhofgebäudes entspricht
einem Dreieck, es handelt sich hierbei um eine Sicherheitsmaßnahme,
welche im Falle eines erneuten Lawinenabganges verhindern soll, dass
die verheerenden Schneemassen frontal auf das Gebäude wirken
(Tiefenthaler: 119).
Die Stationsanlagen in St. Anton a/A und Langen a/A erhielten schlussendlich
die verhältnismäßig größten Aufnahmegebäude,
da sich diese beiden Stationen unmittelbar am östlichen bzw.
westlichen Portal des Arlbergtunnels befinden und ihnen somit eine
größere Bedeutung beigemessen wurde.
Die Stationsanlage in St. Anton a/A musste indes einem Neubau auf
der südlichen Talseite weichen, nachdem es im Zuge des zweigleisigen
Ausbaus des Streckenabschnitts St. Anton a/A - St. Jakob a/A zu einer
Trassenverlegung gekommen war. Das neue Bahnhofsgebäude reflektiert
den modernen, funktionalen Architekturstil des 21. Jahrhunderts, weshalb
es auch nicht verwundern mag, dass sich dieses Gebäude in seiner
äußeren Erscheinungsform von den übrigen Stationsanlagen
der Arlbergbahn gänzlich unterscheidet. Ferner wurde die Stationsanlage
in Langen a/A in den letzten Jahren vollständig renoviert, die
Wartehalle nach modernen Aspekten neu gestaltet sowie das bestehende
Aufnahmegebäude um eine Vorhalle erweitert, wodurch das Erscheinungsbild
des altehrwürdigen Bahnhofsgebäudes maßgeblich beeinträchtigt
wurde.
Die bereits durch die k. k. privilegierten Vorarlbergerbahn errichtete
Stationsanlage in Bludenz musste, nachdem diese jenen durch den Anschluß
der Arlbergbahn neu geschaffenen Verhältnissen nicht mehr genügen
konnte, einer bedeutenden Vergrößerung unterzogen werden
(Bischoff: 44). Von diesen Vergrößerungsmaßnahmen
und Adaptierungsarbeiten war auch die bereits bestehende Stationsanlage
in Innsbruck betroffen.
In diese Zeit fällt auch die Errichtung eines zwei Stockwerke
umfassenden Administrationsgebäudes, der k. k. Eisenbahnbetriebsdirektion
Innsbruck (siehe Titelbild), mit einer Grundrissfläche von 542
m² (ibidem: 40).
Eine Auflistung sämtlicher im Rahmen des Arlbergbahnbaus entstandener
Stationsanlagen finden Sie in folgender Tabelle: |
| Talstrecke
(Innsbruck - Landeck-Zams) |
|
| |
|
|
| |
Innsbruck
Hauptbahnhof |
km
0,0 |
| |
Innsbruck
Westbahnhof |
km
1,3 |
| |
Völs |
km
6,9 |
| |
Kematen
in Tirol |
km
10,4 |
| |
Zirl |
km
14,2 |
| |
Flaurling |
km
21,4 |
| |
Telfs-Pfaffenhofen |
km
26,8 |
| |
Stams |
km
34,6 |
| |
Silz |
km
38,2 |
| |
Ötztal |
km
45,6 |
| |
Roppen |
km
50,1 |
| |
Imst-Pitztal |
km
54,7 |
| |
Schönwies |
km
63,0 |
| |
|
|
| Gebirgsstrecke
(Landeck-Zams - Bludenz) |
|
| |
|
|
| |
Landeck-Zams |
km
72,1 |
| |
Pians |
km
78,0 |
| |
Strengen |
km
83,1 |
| |
Flirsch |
km
87,3 |
| |
St.
Anton a/A |
km
99,6 |
| |
Langen
a/A |
km
110,7 |
| |
Wald
a/A |
km
116,1 |
| |
Dalaas |
km
121,3 |
| |
Hintergasse |
km
125,2 |
| |
Braz |
km
129,5 |
| |
Bludenz |
km
136,3 |

Bischoff,
Friedrich. Denkschrift der k. k. General-Direktion der österr.
Staatsbahnen über den Fortschritt der Projektirungs- und Bauarbeiten
der Arlberg-Bahn: Schluss. 3. Bd. Wien: kaiserlich-königliche
Hof- und Staatsdruckerei, 1890.
Tiefenthaler, Helmut. Innsbrucker geographische Studien. Bd.
1: Natur und Verkehr auf der Arlberg-Westseite. Hg. F. Fliri und A.
Leidlmair. Innsbruck: Geographisches Institut der Universität
Innsbruck, 1973.

(Autor: Michael Laublättner)
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